Rotavirus-Impfung bei Kindern

Rotaviren zählen zu den häufigsten Erregern von Durchfallerkrankungen bei Kindern. Vor allem bei Säuglingen kann Brechdurchfall schnell zu einer gefährlichen Austrocknung führen. Zum Schutz wird allen Säuglingen möglichst früh die vorbeugende Schluckimpfung gegen Rotaviren empfohlen.

Gut zu wissen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für Säuglinge ab dem Alter von 6 Wochen die Schluckimpfung gegen Rotaviren.

Je nach Impfstoff sind 2 oder 3 Teilimpfungen nötig. Die Impfserie sollte spätestens bis zum Alter von 12 Wochen begonnen werden und je nach Impfstoff möglichst bis zum Alter von 16 Wochen beziehungsweise 20 bis 22 Wochen abgeschlossen sein. Die Impfung muss spätestens bis zum Alter von 24 Wochen beziehungsweise 32 Wochen beendet sein.

Rotaviren: Ansteckung

Rotaviren sind hochansteckend. Besonders zwischen Februar und April häufen sich in Deutschland regelmäßig Magen-Darm-Erkrankungen durch Rotaviren. 

Die Erreger kommen bei Erkrankten im Magen-Darm-Trakt vor. Eine Übertragung ist möglich, solange Rotaviren mit dem Stuhl ausgeschieden werden. In der Regel dauert dies bis zu 8 Tage, in Einzelfällen können die Erreger auch länger ausgeschieden werden.

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Kontaktinfektion. Die Viren werden dabei durch kleinste Stuhlreste an den Händen weitergegeben und können von der Hand in den Mund gelangen (Stuhl-Hand-Mund). Zudem ist auch eine Ansteckung über verunreinigte Gegenstände wie Spielsachen oder Türgriffe sowie über Lebensmittel und Trinkwasser möglich. Denn Rotaviren können in der Umwelt mehrere Tage überleben. 

Da auch durch Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen und Desinfizieren eine Ansteckung mit Rotaviren nicht vollständig vermieden werden kann, bietet die Impfung den besten Schutz für Säuglinge.

Rotaviren: Krankheitsverlauf

Nach der Ansteckung mit Rotaviren vergehen in der Regel 1 bis 3 Tage, bis wässrige, teilweise blutige Durchfälle und Bauchschmerzen einsetzen. Fieber und Erbrechen können hinzukommen. Die Beschwerden dauern etwa 2 bis 6 Tage an. 

Besonders bei jüngeren Kindern können große Flüssigkeitsverluste lebensbedrohlich werden und eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich machen. Todesfälle aufgrund von Rotavirus-Erkrankungen sind in Deutschland jedoch selten. 

Da eine Infektion mit Rotaviren keinen lebenslangen Schutz vermittelt, können Kinder und Erwachsene mehrmals erkranken. In der Regel nimmt die Schwere bei wiederholten Erkrankungen ab. Auch Verläufe ohne Krankheitszeichen sind möglich. 

Rotaviren: Impfung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle Säuglinge ab dem Alter von 6 Wochen die Schluckimpfung gegen Rotaviren.

Je nach Impfstoff sind 2 oder 3 Teilimpfungen in einem Abstand von mindestens 4 Wochen notwendig. Die Impfserie sollte spätestens bis zum Alter von 12 Wochen begonnen werden und je nach Impfstoff möglichst bis zum Alter von 16 Wochen beziehungsweise 20 bis 22 Wochen abgeschlossen sein. Die Impfung muss spätestens bis zum Alter von 24 Wochen beziehungsweise 32 Wochen beendet sein.

Bei den Impfstoffen gegen Rotaviren handelt es sich um Lebendimpfstoffe. Das heißt, die Impfstoffe enthalten abgeschwächte Rotaviren, die die Erkrankung jedoch nicht auslösen. In Studien konnte gezeigt werden, dass die Impfung wirksam schwere Krankheitsverläufe und notwendige Krankenhausbehandlungen aufgrund von Rotavirus-Erkrankungen verhindern kann (siehe auch „Wie wirksam ist die Impfung gegen Rotaviren?“).

Die Schluckimpfung kann gleichzeitig mit anderen in diesem Alter empfohlenen Impfungen gegeben werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Die Schluckimpfung gegen Rotaviren ist gut verträglich. Wie bei jeder Impfung können jedoch Nebenwirkungen auftreten.

Durch die Anregung der körpereigenen Abwehr kann es nach der Impfung zu vorübergehenden Impfreaktionen kommen. Dazu zählen zum Beispiel Fieber, Durchfall oder Erbrechen und der Säugling kann kurzfristig reizbarer sein. 

Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Nach der ersten Teilimpfung besteht möglicherweise ein geringfügig erhöhtes Risiko für eine Darmeinstülpung (Invagination). Dabei kommt es zu einer Einstülpung eines Darmabschnitts in einen anderen. Warnzeichen sind starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen, blutige Stühle, ein geblähter Bauch und/oder hohes Fieber. Nach aktuellem Kenntnisstand können in der ersten Woche nach der ersten Rotavirus-Impfung etwa 1 bis 2 zusätzliche Invaginationen pro 100.000 geimpfter Kinder auftreten. Da das Risiko für eine Darmeinstülpung generell mit den Lebensmonaten zunimmt, wird empfohlen, die Impfserie möglichst früh zu beginnen und rechtzeitig abzuschließen.

Kinder, bei denen bereits unabhängig von der Impfung eine Invagination aufgetreten ist, sollten nicht gegen Rotaviren geimpft werden.   

Bei Fragen rund um die Impfung wenden Sie sich am besten an Ihre Arztpraxis. Die Ärztin oder der Arzt wird Sie vor der Impfung über Nutzen und mögliche Risiken aufklären.

Rotaviren: Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Letzte Änderung: 05.03.2025